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Wussten Sie … dass Spitäler besonders erdbebensicher gebaut sein müssen?

Eines vorweg: Der Kanton Zürich ist nur mässig durch Erdbeben gefährdet. Dennoch schreibt die ‘Besondere Bauverordnung’ für neue Gebäude verbindlich vor, welche baulichen Normen und Bestimmungen für deren Erdbebensicherheit einzuhalten sind. In Abhängigkeit der jeweiligen Bedeutung des Bauwerkes werden unterschiedliche Schutzgrade vorgeschrieben. Für lebenswichtige Infrastrukturen – beispielsweise Anlagen der Trinkwasserversorgung wie auch Akutspitäler – gilt der höchste Schutzgrad; i.e. die Bauwerksklasse III. In dieser müssen das Tragwerk wie auch wichtige Infrastrukturen präventiv so gebaut werden, dass diese in einem Ereignisfall funktionstüchtig bleiben.

 

Was heisst das nun konkret für den neuen Erweiterungsbau des GZO? Anhand von zwei Beispielen zeigen wir hier auf, wie solche Vorgaben durch bauliche Massnahmen umgesetzt werden:

 

Obwohl der neue Erweiterungsbau direkt an das bestehende Hochhaus angebaut zu sein scheint, stehen die beiden Gebäude effektiv mit einem 6 Zentimeter Abstand ‘nur nebeneinander’. Fest und sicher sowie für alle zukünftigen ‘zwischen den Gebäuden Passierenden’ weder sicht- noch wahrnehmbar verbunden sind sie dennoch miteinander; und zwar über bewegliche Fugen, fachsprachlich Dilatationsfugen genannt. Mit solchen elastischen Fugen werden grössere Bauteile unterbrochen, um Spannungsrissen vorzubeugen. Jedes grosse Bauteil resp. jedes Gebäude schwingt und das erst noch unterschiedlich – sei es im ganz normalen, ereignisfreien Alltag und insbesondere im Fall eines Erdbebens. So auch der Erweiterungsbau und das Hochhaus. Durch den schmalen Freiraum können sich die beiden Baukörper sogar auch aufeinander zubewegen, ohne sich zu berühren und dadurch zu beschädigen.

 

 

Bestmöglich erdbebensicher werden auch sämtliche Versorgungsleitungen – für Wasser, Heizung/Kühlung, Lüftung, Medizinalgase, Datenkommunikation usw. – im Erweiterungsbau installiert. Anstatt im Beton oder unter Putz verlegt werden diese von den Decken abgehängt montiert oder auf Stahlkonsolen aufgelegt und mit Anschlüssen flexibel ausgeführt. Unsichtbar werden auch sie: Sie werden durch leicht demontierbare Paneele verdeckt, bleiben aber – auch für übliche Unterhalts- und Reparaturarbeiten – zugänglich.